Preisverleihung am 1. April 2022 in Berlin

 

Wernigerode. Das Projekt Duet von vier jungen italienischen Architekten*innen für die Neubebauung eines acht ha großen Areals in Wernigerode hat beim traditionsreichen Europan-Architektur-Wettbewerb „Living Cities – Lebendige Städte“ einen ersten Preis errungen. Bei der Preisverleihung am 1. April im DAZ Deutsches Architektur Zentrum in Berlin, äußerten sich der Oberbürgermeister der Stadt Wernigerode, Peter Gaffert, und Christian Zeigermann, Geschäftsführer der Gebäude- und Wohnungsbaugesellschaft Wernigerode mbH, GWW, sehr zufrieden über die große Anerkennung. „Wir sind die einzige ostdeutsche Kommune, die sich in den Wettbewerb einbrachte und nun auch einen nationalen Sieger feiern kann“, erklärt Christian Zeigermann. Zudem sei das Interesse an dem Areal Veckenstedter Weg 76-80 und Veckenstedter Weg 14a/Gießerweg 9 in der Harzstadt enorm groß. „Wernigerode belegt Platz 5 bei der Anzahl der Bewerbungen. 25 Einreichungen für die Bebauung im Sinne des Mehr-Generationen-Wohnens mit viel grünem Umfeld sprechen eine deutliche Sprache.“

 

Christian Zeigermann hebt vor allem den außergewöhnlichen Charakter des Europan-Architektur-Wettbewerbs hervor: „Wenn junge ambitionierte Architekten*innen aus Finnland, Italien oder beispielsweise Portugal ihre Ideen in Deutschland vorstellen und realisieren können, ist das hochspannend. Denn da entstehen ganz neue Sichtweisen, da kommen andere Kulturen des Wohnens und Lebens zum Vorschein.“ Der Austausch helfe auch den jungen Architekten untereinander.

 

„Wir haben uns als Tochterunternehmen der Stadt bewusst dafür entschieden, keinen üblichen Architektenwettbewerb durchzuführen, sondern im Rahmen von Europan neue Sichtweisen einzubinden, die auch völlig neue architektonische Ansätze für das künftige Wohnen und Leben in der Stadt bieten“, bekräftigt der Geschäftsführer der GWW. Architektur könne nicht bei Bekanntem und Bewährtem stehenbleiben. „Wir sind eine Stadt mitten in Europa und wollen dieser Tatsache auch gerecht werden, indem wir spannende Projekte realisieren. Das bringt Wernigerode weiter, davon bin ich überzeugt.“

 

 

Neben dem Siegerentwurf Duet auf nationaler Ebene entschied sich die lokale Jury auch für Projekt Living the new ecological Porous Garden City, das vier weitere junge Architekten*innen aus Italien eingereicht hatten. Jetzt werden die nächsten Schritte eingeleitet, denn „die GWW als städtische Tochter möchte auf Grundlage dieser Entwürfe die Bebauung des Areals am Veckenstedter Weg auch realisieren“, bekräftigt der GWW-Geschäftsführer. „Schon im Mai werden wir mit einem Workshop die Entwürfe auf ihre Machbarkeit hin unter die Lupe nehmen. Denn wir müssen Wirtschaftlichkeit und technische Umsetzbarkeit berücksichtigen. Im Oktober wollen wir das alles soweit geklärt haben. Dann geht es um Planungs- und Bauaufträge, und in zwei Jahren soll dann am Veckenstedter Weg schon etwas zu sehen sein.“

 

Aus dem Jury-Urteil des Projektentwurfs: Duet

 

Das Projekt Duet zeigt auf den ersten Blick eine nahezu gleiche schlichte Baukörperkonstellation mit überraschendem Innenleben. Angeboten werden hier nutzungsoffene Bereiche, Geschosswohnungen mit Laubengangerschließung und Maisonetten. Die äußerst clevere innere Organisation – durchlässige Streifen mit Nasszellen und Treppen wechseln sich ab mit reinen Zimmer-Zonen – Fassaden und innere Wände verspringen zueinander. Das generiert viele Kombinationsmöglichkeiten für ein differenziertes Wohnungsangebot, entsprechend der Verschiedenheit heutiger Haushalte. Die Bauweise zeigt Bewusstsein für die Anforderungen an Nachhaltigkeit und Klimatauglichkeit. Die Vorschläge weisen beispielhaft optimistisch in die Zukunft.

 

Aus dem Jury-Urteil des Projektentwurfs: Living the new ecological Porous Garden City

 

Living the new ecological Porous Garden City versucht das Betrachtungsgebiet in den gesamtstädtischen Kontext zu setzen. Die Weiterentwicklung zur sogenannten „porösen Gartenstadt“ überzeugt in dem Aufbrechen durch Fußgängerbereiche, Radfahrerzonen und grüne Korridore.

Die Umgebung wird mit verschiedenen Dach-Höhen-Entwicklungen gut aufgenommen und markiert den nördlichen Stadteingang mit einem prägnanten Gesamterscheinungsbild. Die angebotenen 32 Wohnungen weisen eine passende Dichte und Wirtschaftlichkeit aus. Die Grundrisse sind gut gemischt, wobei der Schwerpunkt eher in mittleren bis großen Wohnungen liegt.

 

Miet-Wohnraum für junge Familien sei im Stadtgebiet von Wernigerode knapp. Die meisten müssten aufs Umland ausweichen, so Christian Zeigermann. Das wolle die GWW mit dem neuen Areal am Bürgerpark nun ändern. Hier sollen jeweils 20 bis 40 Mietwohnungen in Mehr-Generationen-Häusern entstehen mit grünem Frei- und Gemeinschaftsraum für alle. Energetische und wirtschaftlich rentable Konzepte stünden im Vordergrund. Häuser mit einer klaren Baustruktur und gutem Raumkonzept seien das Ziel. Christian Zeigermann weiter: „Wie die Juryauswahl zeigt, sind wir dabei auf dem besten Weg.“ Zudem stehe der Wettbewerb für das moderne Herangehen an Stadtentwicklung durch die neu aufgestellte GWW, unterstrich er.

 

 

2021 war für uns alle ein besonders schwieriges Jahr. Insbesondere in der momentanen Situation ist es wichtig, allen Mietern, Interessenten und Geschäftspartnern unseren Dank für die vertrauensvolle Zusammenarbeit auszusprechen. Aus diesem Anlass stellen wir jedem, der interessiert ist, unseren Jahreskalender 2022 kostenlos zur Verfügung.

 

Verschaffen Sie sich gern in unserer Galerie in diesem Beitrag einen Einblick über die Inhalte des Kalenders. Dabei handelt es sich um Aufnahmen rund um unseren Bestand und die bunte Stadt am Harz. Wenn Sie Gefallen am Kalender gefunden haben, können Sie ihn gern über den folgenden Link herunterladen und gegebenenfalls ausdrucken: GWW Jahreskalender 2022

 

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Europan-Architektur-Wettbewerb: Wernigerode einzige ostdeutsche Kommune, die am europäischen Architekturwettbewerb teilnahm/Online-Sieger-Präsentation am 16. Dezember 2021

 

 

Wernigerode. In einer Online-Präsentation am 16. Dezember lüfteten die Stadt Wernigerode und die Gebäude- und Wohnungsbaugesellschaft Wernigerode mbH, GWW, zusammen mit Europan, Deutsche Gesellschaft zur Förderung von Architektur, Wohnungs- und Städtebau e. V., das Geheimnis, welcher eingereichte europäische Projektentwurf das Rennen um die Neubebauung des acht ha großen Entwicklungsareals um den Veckenstedter Weg in Wernigerode macht.

In der Online-Präsentation wurden die Favoriten der nationalen und lokalen Jury vorgestellt und erläutert. Dabei auch Wernigerodes Oberbürgermeister Peter Gaffert.

 

Er betonte in seinem Eingangsstatement, dass Wernigerode beim Europan-Wettbewerb Platz 5 der meist eingereichten Bewerbungen in Europa erzielte. Es habe großes Interesse am Projekt gegeben. Das freue ihn besonders. Die Jury habe es sich in ihrer neunstündigen Sitzung nicht leicht gemacht, aus 25 Arbeiten letztlich fünf Favoriten auszuwählen und Sieger zu benennen, unterstrich der Oberbürgermeister weiter. Er freue sich nun auf die Umsetzung der besten Projektideen, die 2022 schon beginne.

 

„Wernigerode war die einzige ostdeutsche Kommune, die im Rahmen des europäischen Architekturwettbewerb Europan ,Living Cities‘ 2020/2021 junge europäische Architekt*innen-Ideen für die Stadtgestaltung abfragte und nutzbar macht“, hob GWW-Geschäftsführer Christian Zeigermann in seinen einleitenden Worten hervor. Er sei angesichts der visionären Resultate froh, diesen Weg gegangen zu sein.

 

„Wie wollen wir in Zukunft leben und wohnen? Und wie sehen die dazu passenden Häuser und Wohnungen aus?“ Diese Fragen bestimmten den Wettbewerb der Ideen.

 

„Dieses Thema bestimmte auch die lange Jurydiskussion um die Planung des acht ha großen Areals Veckenstedter Weg 76-80 und Veckenstedter Weg 14 a/Gießerweg 9 in Wernigerode“, untermauert Jurymitglied GWW-Geschäftsführer Christian Zeigermann. „Wir boten ein interessantes Projektgebiet, das die Fantasien der europäischen Architekt*innen beflügelte. Wir haben lebhaft diskutiert und zwei unterschiedliche Entwurfsansätze favorisiert. Ich freue mich über das rege Interesse und die Ideen, die bei Europan dazu eingereicht wurden.“

 

„Für unser Entwicklungsareal um den Veckenstedter Weg haben wir zukunftsfähiges Mehr-Generationen-Wohnen mit viel Gemeinschafts-Grün im Visier, eine Weiterentwicklung des Gartenstadtgedankens in die Zukunft“, erläutert Christian Zeigermann das Anliegen des Vermieters für das Areal. „Und ich freue mich auf die Umsetzung der Siegerentwürfe, die das moderne Stadtbild Wernigerodes ganz sicher stark prägen werden.“

 

Vorgestellt, diskutiert und bewertet wurden die Entwürfe von einer lokalen und danach nationalen Jury sowie auf einem großen Europan-Symposium in San Sebastian, wo sich Vertreter der europäischen Städte, Architektur- und Stadtgestaltungsexperten von Madrid bis Oslo dazu austauschten.

 

Auf der nationalen Ebene von Europan-Wernigerode siegte der Projektentwurf unter dem Titel „Duet“. Dahinter verbergen sich vier junge Architekten aus Italien. Vorgestellt wurde er in der Online-Präsentation von den Architekten Francesco Baggio und Erasmo Bitetti.

 

Aus dem Jury-Urteil:

 

Das Projekt Duet zeigt auf den ersten Blick eine nahezu gleiche schlichte Baukörperkonstellation mit überraschendem Innenleben. Angeboten werden hier nutzungsoffene Bereiche, Geschoßwohnungen mit Laubengangerschließung und Maisonetten. Die äußerst clevere innere Organisation – durchlässige Streifen mit Nasszellen und Treppen wechseln sich ab mit reinen Zimmer-Zonen – Fassaden und innere Wände verspringen zueinander. Das generiert viele Kombinationsmöglichkeiten für ein differenziertes Wohnungsangebot, entsprechend der Verschiedenheit heutiger Haushalte. Die Bauweise zeigt Bewusstsein für die Anforderungen an Nachhaltigkeit und Klimatauglichkeit. Die Vorschläge weisen beispielhaft optimistisch in die Zukunft.

 

Als Favorit der lokalen Jury wurde der Entwurf mit dem Titel „Living the new ecological Porous Garden City” vorgestellt. Er wurde von vier Nachwuchs-Architekten auch aus Italien entwickelt und eingereicht. In der Online-Präsentation erläuterten ihn die Architekten Leonardo Marchi und Alice Covatta.

 

Aus dem Jury-Urteil:

 

Die Arbeit „Living the new ecological Porous Garden“ versucht das Betrachtungsgebiet in den gesamtstädtischen Kontext zu setzen. Die Weiterentwicklung zur sogenannten „porösen Gartenstadt“ überzeugt in dem Aufbrechen durch Fußgängerbereiche, Radfahrerzonen und grüne Korridore.

Die Umgebung wird mit verschiedenen Dach-Höhenentwicklungen gut aufgenommen und markiert den nördlichen Stadteingang mit einem prägnanten Gesamterscheinungsbild. Die angebotenen 32 Wohnungen weisen eine passende Dichte und Wirtschaftlichkeit aus. Die Grundrisse sind gut gemischt, wobei der Schwerpunkt eher in mittleren bis großen Wohnungen liegt.

 

Miet-Wohnraum für junge Familien sei im Stadtgebiet von Wernigerode knapp. Die meisten müssten aufs Umfeld ausweichen, so Christian Zeigermann abschließend. Das wolle die GWW mit dem neuen Areal am Bürgerpark nun ändern. Hier sollen jeweils 20 bis 40 Mietwohnungen in Mehr-Generationen-Häusern entstehen mit grünem Frei- und Gemeinschaftsraum für alle. Energetische und wirtschaftlich rentable Konzepte stünden im Vordergrund. Häuser mit einer klaren Baustruktur und gutem Raumkonzept seien das Ziel. Christian Zeigermann weiter: „Wie die Juryauswahl zeigt, sind wir dabei auf dem besten Weg.“ Zudem stehe der Wettbewerb für das moderne Herangehen an Stadtentwicklung durch die neu aufgestellte GWW, unterstrich er.

 

Christian Zeigermann im Vorausblick: „Im März wird es einen Workshop mit den beiden italienischen Favoriten-Teams sowie den beiden Anerkennungs-Preisträgern aus Spanien und Deutschland zusammen mit Bauexperten geben, wo u. a. Machbarkeit und Wirtschaftlichkeit der Entwürfe Gegenstand sind. Wir wollen danach einen der Entwürfe mit den Architekten so weiterentwickeln, dass 2023 Baubeginn im Veckenstedter Weg sein kann.“

 

 

Favoritenentwurf der lokalen Jury

 

 

Favoritenentwurf der nationalen Jury

 

 

Online-Präsentation der Favoritenentwürfe

 

Visualisierungen: Quelle Europan

 

Wie Wernigerodes Tochtergesellschaften die Corona-Pandemie meistern

 

2020 war ein einschneidendes Jahr für Wernigerode. Welche Auswirkungen Corona bislang hatte, zeigt der neue Verwaltungsbericht. Diesmal steht die Konzern-Stadt im Fokus.

 

Die wirtschaftlichen Folgen des Corona-Jahres 2020 wird Wernigerode noch bis mindestens 2023 spüren. Das prognostiziert Oberbürgermeister Peter Gaffert (parteilos) zur Vorstellung des Verwaltungsberichts für das vergangene Jahr. „2021 bemerken wir aber wieder eine leicht ansteigende Tendenz bei den Gewerbesteuern.“ So habe die bunte Stadt am Harz im Sachsen-Anhalt-weiten Vergleich die Pandemie- Folgen bislang recht gut weggesteckt. Das gelte sowohl für die Stadtverwaltung selbst mit ihren 650 Mitarbeitern als auch für ihre fünf Tochtergesellschaften, die mehr als 700 Angestellte beschäftigen.

 

Gebäude- und Wohnungsbaugesellschaft Wernigerode (GWW): 2020 war für die GWW ein Jahr der Planung und Digitalisierung, berichtet Christian Zeigermann. Er hatte die Geschäftsführung des städtischen Vermieters Anfang 2020 übernommen, war sofort in Großprojekte wie den Neubau der Francke-Grundschule involviert. „Dazu sind wir mit neuem Logo und einer Imagekampagne besser sichtbar geworden für unsere Mieter.“ Wie lebenswert Wernigerode ist, macht Zeigermann an einer Zahl fest – der Leerstandsquote. Ende 2020 lag sie bei der GWW bei gut acht Prozent, sei inzwischen um einen weiteren Prozentpunkt gesunken. „Damit haben wir eine Sonderstellung in Sachsen-Anhalt, wo die Quote im Schnitt 13,5 Prozent beträgt.“ Für die nächsten fünf Jahre stehe die Ökologie bei Sanierungen von je ein bis zwei Blöcken mit je 30 Wohnungen im Vordergrund.

 

Quelle: Harzer Volksstimme vom 23.10.2021
Bild: H.Manigk

 

 

Jury legt sich nach neunstündiger Sitzungen auf Favoriten- Entwürfe für Neubebauung des Veckenstedter Wegs in Wernigerode fest

 

Hochspannung im Wernigeröder Marstall: Europan, die Deutsche Gesellschaft zur Förderung von Architektur, Wohnungs- und Städtebau., hatte zusammen mit der Stadt und der Gebäude- und Wohnungsbaugesellschaft Wernigerode (GWW) hinter verschlossenen Türen zur Jurysitzung geladen.

 

Mit dabei waren laut einer Mitteilung des Vermieters Oberbürgermeister Peter Gaffert (parteilos), GWW-Geschäftsführer Christian Zeigermann, Sandra Lewerenz, Chefin der Gemeinnützigen Gesellschaft für Sozialeinrichtungen, Stadtratspräsident Uwe Albrecht (CDU) und zahlreiche national renommierte Architekten. Im Zentrum standen 25 Entwurfsarbeiten, die europäische Architekten im Europan-Wettbewerb um die Neubebauung des Entwicklungsareals um den Veckenstedter Weg eingereicht hatten.

 

Damit beteiligt sich die GWW als einziger ostdeutscher Teilnehmer am diesjährigen Architektur-Wettstreit „Living Cities“ (englisch für „lebendige  Städte“). Wernigerode stehe in der Europan-Konkurrenz auf Platz fünf der meist eingereichten Bewerbungen. In einer neunstündigen Sitzung wählte die Jury aus den 25 Arbeiten letztlich fünf Favoriten aus. Ende des Jahres gehen diese dann in die Endrunde einer Europan- Deutschland-Gesamt-Jury, die wiederum daraus einen Favoriten- Entwurf kürt. Er soll dann umgesetzt werden.

 

„Wie wollen wir in Zukunft leben und wohnen? Und wie sehen die dazu passenden Häuser und Wohnungen aus? Diese Fragen bestimmten die lange Jurydiskussion um die Planung des Areals  Veckenstedter Weg 76-80 und Veckenstedter Weg 14 a/Gießerweg 9 in Wernigerode“, wird Zeigermann zitiert. Der GWW-Chef: : „Wir haben lebhaft diskutiert und fünf sehr eigene und unterschiedliche Entwurfsansätze favorisiert.“

 

Für das Fördergebiet um den Veckenstedter Weg habe der städtische Vermieter „Mehr-Generationen-Wohnen mit viel Gemeinschaftsgrün im Visier“. Miet-Wohnraum für junge Familien sei in Wernigerode knapp. Die meisten müssten aufs Umfeld ausweichen, so Zeigermann weiter. Das wolle die GWW mit dem neuen Areal am Bürgerpark nun ändern: Jeweils 20 bis 40 Mietwohnungen in Mehr-Generationen-Häusern sollen entstehen – mit grünem Frei- und Gemeinschaftsraum für alle. Energetische und rentable
Konzepte stünden im Vordergrund. Häuser mit einer klaren Baustruktur und gutem Raumkonzept seien das Ziel.

 

Quelle: Harzer Volksstimme vom 25.10.2021

 

Mit Pinsel und Handfeger sind Karl Oppermann (vorn) und Peter Grüttner im Einsatz. Die beiden bringen das Kunstwerk im Vorgarten des Wohnblocks am Vorwerk auf Vordermann. Die  Metallskulptur ist eines von drei Objekten, die der Maler Oppermann der Wernigeröder Gebäude- und Wohnungsbaugesellschaft (GWW) vor Jahren als Leihgabe überlassen hat. Anlässlich des 30-jährigen Bestehens der GWW hat das Unternehmen die drei Skulpturen angekauft.

 

Diese wurden jetzt von Oppermann überarbeitet und in Szene gesetzt. Eine weitere Skulptur soll künftig im Stadtfeld stehen. „Sie kann von den Besuchern und Mietern dann dauerhaft betrachtet werden“, so GWW-Chef Christian Zeigermann. Die Skulpturen sollen den Wohnquartieren Identität verleihen. Die GWW wolle damit die Tradition „Kunst am Bau“ fortsetzen und einen Beitrag zur Quartiersverschönerung leisten.

 

Quelle: Harzer Volksstimme vom 08.10.2021
Bild: Ivonne Sielaff

GWW-Geschäftsführer Christian Zeigermann will es zeigen:
Wohnen im Plattenbau kann sehr schön sein

 

Abitur in Braunschweig, Maurerausbildung in Halle, Architekturstudium in Dessau, Projektsteuerer bei einer Schweizer Firma, Planer
in der Hallenser Stadtverwaltung, von da zur Wohnungsgesellschaft in Halle ins Wohnungsmanagement, später Abteilungsleiter Bau, zurück ins städtische Bauamt als Schulbaukoordinator, und seit 1.Januar 2020 Geschäftsführer der Gebäude- und Wohnungsbaugesellschaft Wernigerode GWW. Das ist die Laufbahn von Christian Zeigermann.

 

Ein Mann mit weitem Horizont und riesigem Erfahrungsschatz, mit Neugier auf eine Stadt, die er bis dahin nur als Urlauber er- lebt hatte. Er kam mit dem freien, neutralen Blick, sah Dinge anders und erkannte beispielsweise sofort, dass es ein Fehler wäre, den unsanierten Block Nr. 22 bis 25 im Walther-Grosse-Ring abzureißen, was schon genehmigt war. Stattdessen wird dieser Block mit dem Vorzug leer zustehen nun zu einem Mehrgenerationenhaus mit Aufzug und neuen Wohnungszuschnitten entwickelt. Hier sollen sich Familien mit Kindern wie auch ältere Menschen wohlfühlen. Zeigermann stellt sich vor, dass die Älteren mal die Kinder der Nachbarn hüten und die Jüngeren ihnen mit Einkäufen helfen könnten. Zum Beispiel.

 

Wenn man ihn reden hört, klingt es immer wieder durch: Er möchte Verhältnisse schaffen, unter denen Menschen zusammenfinden, sich gegenseitig bereichern. Das ist sein Wunsch, vielleicht aber auch nur eine Idealvorstellung; sie passt aber durchaus zu dem freundlichen, zugewandten Naturell des Mannes. Er war gerade dabei, sich in seine neue Aufgabe einzuarbeiten und mit den Mitarbeitern vertraut zu machen, da schlug das Coronavirus zu. Noch gar nicht ganz „zu Hause“ am neuen Arbeitsplatz, drängten ihn die Bestimmungen zeitweise bald wieder wirklich nach Hause, nach Landsberg bei Halle, um von ferne die Geschäfte zu dirigieren. Gleich zu Beginn also der Härtetest. Die Umstellung auf Online-Betrieb gelang dank flexibler Mitarbeiter recht reibungslos, viele Besprechungen ließen sich auf diese Weise ebenso gut machen, und Pläne, um die es ging, konnten eingeblendet werden. Nur dass eben das gewisse Etwas der direkten Ansprache und des Augenkontaktes fehlte. Für die Wohnungsvermietung schaffte die GWW eine 360-Grad Kamera an. Jede frei werdende Wohnung wird nun gescannt, ins Internet gestellt und kann ohne Verabredung vor Ort betrachtet werden. Interessant ist das vor allem für jüngere Leute, aber auch für auswärtige Mietinteressenten. Stehen aber direkte Vor-Ort-Termine an, dann wird die Wohnung erst durchgelüftet, ehe sie besichtigt werden darf. Etwa ein Viertel des Wohnungsbestandes verwaltet die städtische Wohnungsgesellschaft, ebenso viele, ungefähr 3 000, die Wohnungsgenossenschaft. Längerer Wohnungsleerstand ist in Wernigerode kaum bekannt, und die Mietschuldner – auch das ein interessanter Fakt – machen weniger als ein Prozent aus. Mit der energetischen Sanierung der Wohnblocks wird eine Differenzierung angestrebt: Vom Arbeitslosengeld-II-Empfänger bis zum Professor soll jeder seine Wohnung finden. Für den schmalen Geldbeutel werden die Blocks isoliert, mit neuen Fenstern und schönen Fassaden, Eingangsbereichen und Fluren versehen, aber an den Wohnungszuschnitten ändert sich nichts. So sollen die Mieten trotz der Sanierung im Rahmen bleiben, und durch die Wärmedämmung der Außenwände können die Mieter Heizkosten sparen.

 

Andererseits will Christian Zeigermann durchaus auch Mietern mit gehobenem Anspruch gerecht werden, eben Professoren & Co., die vielleicht noch kein Wohneigentum gefunden haben oder nicht vor- haben, für längere Zeit im Harz zu bleiben. Oder die einfach gut mieten wollen, aber nicht ans Kaufen denken. Für diese Klientel ist mit der preisgekrönten „Welle“ bereits der Anfang gemacht. Und dann sind da noch die Mieter, die bis ins Alter ihre Wohnung behalten möchten, selbst wenn sie im fünften Stock wohnen. Da sind Fahrstühle und veränderte Grundrisse mit altersgerechten Bädern Sanierungsstandard. Zum guten Wohnen gehört für Christian Zeigermann auch ein gutes Wohnumfeld. Da setzt er nicht auf Klein-klein, sondern hat eine Landschaftsarchitektin engagiert, die Lösungen für alle drei Wohngebiete erarbeitet, für die Blockzeilen in der Burgbreite, die riesigen Innenhöfe der Stadtfeld-Blöcke und für den Harzblick, der von allem etwas aufweist. Es soll mehr geben als die grauen Plattenfassaden und die im Sommer vertrockneten braunen Rasenflächen. Stück für Stück, auf mehrere Jahre verteilt, wird ein großer Masterplan umgesetzt. Oberstes Ziel für Zeigermann: das Miteinander der Bewohner zu er- möglichen. Da sind Anbauflächen für Gemüse eine Option. Auch Kin- der könnten sich hier betätigen und lernen, dass die Mohrrüben in der Kaufhalle nicht in den Plastebehältern gewachsen sind, in denen man sie kauft. Die großen Innenhöfe werden dann in einzelne kleinere Bereiche aufgeteilt sein: als Kinderspielplätze, als Sportanlagen wie z. B. Tischtennisplatten für die Größeren, vielleicht gibt es auch einen Grill- platz und eine gemütliche Seniorensitzecke. Auch in- sektenfreundliche Blühflächen werden mit Sicherheit angelegt. Gegen sommertrockene Rasenflächen helfen Rigolen, schmale, meist unterirdische Rinnen, in die das Regenwasser von den Dächern eingeleitet wird. Das versickert dann langsam und speist alles in seiner Umgebung. Bäume, die an solchen Rigolen angepflanzt werden, bringen als Sauerstoffspender und teilweise als Giftstoffschlucker den größten Effekt.

 

Die Bewohner sollen die „Platte“ vergessen, in der sie nun mal wohnen. Ihren Schmuddel-Leumund haben die Wernigeröder Neubaugebiete aus den 70er und 80er Jahren wohl schon länger hinter sich gelassen, jetzt sollen sie auch noch richtig anziehend wer- den. Zeigermann will den Orten eine Identität geben. Kunst am Bau und besondere Gestaltungselemente sollen die Blocks unverwechselbar machen. Die Plattenbauten sind nur eines von vielen Themen, die den GWW-Geschäftsführer umtreiben. Ein anderes, geradezu aufregendes: der europäische Architekturwettbewerb „Europan“. Die GWW hat sich daran beteiligt und bietet zur Planung für Wohnquartiere eine Fläche am Veckenstedter Weg und eine am Gießerweg an. Unter mehr als 200 Teilnehmern aus ganz Europa ist Wernigerode mit 35 interessierten Planungsbüros die fünfterfolgreichste Stadt, und noch dazu als einzige ostdeutsche Stadt!
Madrid und Barcelona haben zusammen nicht so viele Interessenten wie unsere Stadt, eine Freude für Christian Zeigermann. Ein
bisschen führt er das auch darauf zurück, dass Wernigerodes Internetpräsentation etwas Einzigartiges hatte: Der Oberbürgermeister der
Stadt persönlich leitete sie mit einem Gedicht ein! Als Schwerpunkte auch für diese Bebauung sieht er das Mehrgenerationenthema ebenso wie die Schaffung von Begegnungsorten. Die möchte er in den Entwürfen wiederfinden, aber ebenso ganz neue Ideen und Lösungen für eine, so das Motto, „living city“, eine lebendige Stadt. „Mutter und Töchter“ – ein Wortpaar, das Zeigermann oft im Munde führt.

 

Seine GWW ist ja eine hundertprozentige Tochter der Stadt, deshalb findet er es auch ganz folgerichtig, dass seine Gesellschaft den Neubau der neuen Franckeschule in Hasserode über- nimmt und ihn danach der „Mutter“ übergibt. Und den Neubau zieht er auch allemal der Sanierung vor. Denn die Grundrisse im alten Gebäude lassen sich aus Gründen der Statik nicht beliebig verändern, und für moderne pädagogische Konzepte braucht es größere Räume. Und man kann ökologisch bauen. Unterm Strich wiegen die Vorteile die Mehrkosten auf. Synergien möchte er auch zwischen den Tochtergesellschaften herstellen. Ausgangspunkt dafür ist ein Plan der GWW für die nächsten fünf Jahre als Leitfaden für die Stadt, den Stadtrat und auch für die Tochtergesellschaften. So könnten die Stadtwerke, wenn ein Komplex mit mehreren Wohnhäusern entsteht, eine Fernwärmeleitung planen oder die Stadt eine Straßenreparatur vorziehen, wo sich eine Anzahl neuer Bewohner ansiedelt. Zur Zeit steht er mit einer seiner „Schwestern“, den Wernigeröder Stadtwerken, in Verhandlungen über Photovoltaikanlagen auf den Wohnblocks der GWW, denen in Zeiten des Klimawandels Erfolg zu wünschen ist. „Trotz unseres Planes denke ich nicht im Fünfjahresrhythmus“, versichert Zeigermann. „Ich habe eher einen Zeitraum von 20 bis 30 Jahren im Blick. Meinem Nachfolger möchte ich eine gesunde Basis hinterlassen.“ Bis dahin wird aber hoffentlich noch eine Menge Wasser die Holtemme hinabfließen.

 

Quelle: Neue Wernigeröder Zeitung, 18.08.2021

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