Ziel ist bis 2030, alle unsere Objekte energetisch zu sanieren
Gebäude- und Wohnungsbaugesellschaft Wernigerode mbH mit vielen anspruchsvollen Projekten zu Neubau, Verbesserung der Wohnqualität und Stadtgestaltung in 2022
Wernigerode. „Hier spielt die Zukunft“ – mit diesem Slogan startete die Gebäude- und Wohnungsbaugesellschaft Wernigerode mbH, GWW, zusammen mit ihrem neuen Botschafter, Bundesliga-Kicker Nils Petersen, ins neue Jahr. Die „Zukunftskampagne“, die in diesem Jahr noch mit einer Menge Überraschungen aufwarten wird, steht als Dach über einer Vielzahl von Maßnahmen des Unternehmens zur Verbesserung der Wohnqualität seiner Mieterinnen und Mieter und der Stadtgestaltung in Wernigerode.
Im Interview zu den Vorhaben in diesem Jahr GWW-Geschäftsführer Christian Zeigermann.
Herr Zeigermann, was sind die drei zentralsten GWW-Vorhaben für 2022?
Da ist zuerst der Neubau der August-Hermann-Francke-Grundschule zu nennen. Viele Wernigeröder sprechen uns an und äußern sich begeistert über die Baufortschritte der Grundschule. Trotz Corona und Lieferengpässen im Baugewerbe geht es hier nach Plan voran. Es ist eine Freude, zuzuschauen, wie so eine bedeutende Investition Stück für Stück Gestalt annimmt. Wir arbeiten jetzt weiter zielstrebig daran, dass wir die Schule im Oktober 2022 eröffnen können.
Vorhaben zwei: der Klimaschutz. Im Jahr 2022 wollen wir dafür sichtbare Zeichen in Wernigerode setzen. Das beginnt mit dem Bau des sogenannten „Sonnenhauses“ im Pappelweg. Als modernes Passiv-Haus wird es alle Ansprüche an ökologisches Bauen und Wohnen und CO 2-Neutralität erfüllen. Mit interessanten Grundrissen und gehobener Ausstattung wollen wir damit Mieterinnen und Mieter ansprechen, die das besondere Wohnen suchen. Gegenwärtig laufen dazu die Absprachen mit den Architekten und Baufirmen für die wirtschaftlichste Lösung. Geplant ist eine Bauzeit von 1,5 Jahren.
Eine wichtige Säule der GWW-Investitionstätigkeit im Jahr 2022 ist zudem die energetische Sanierung des Wohnungsbestandes. Ziel ist bis 2030, alle unsere Objekte energetisch optimiert zu haben. Mit der Sanierungstätigkeit in der Max-Otto-Straße 2 bis 4 und Minslebener Straße 73 und 75 schließen wir die Sanierung des Karrees im Stadtfeld ab. Beginnen wird die Sanierung dann 2022 in der Burgbreite in der Bert-Heller-Straße. Hier werden auch die behindertengerechten Zugänge zu den Erdgeschosswohnungen modernisiert. Weitere Quartiere zur energetischen Ertüchtigung folgen. Vorgeplant wird in diesem Jahr auch die Sanierung des Kastanienwäldchens 1-17. 2023 soll dort das Baugeschehen beginnen.
Eine unserer vielen Aufgaben haben wir ab 2022 abgegeben: die Fremdverwaltung von Wohnungen. Wir wollen uns fortan nur noch auf unser Kerngeschäft konzentrieren.
Es heißt, die GWW wird in 2022 1,3 Millionen Euro in die Komplettsanierung von Leerwohnungen investieren?
Ja, unsere Leerwohnungssanierung ist ein Erfolgsmodell. Die Nachfrage ist immer sehr groß. In Wernigerode gibt es ohnehin einen anhaltend großen Bedarf an Wohnungen. Die Bunte Stadt am Harz lockt viele an und hält im Stadtleben, was sie verspricht, sodass man gern hierbleibt. Das spiegelt sich dann im Mietinteresse wider. So konnten wir eine Leerstandssenkung in kurzer Zeit von neun auf knapp sieben Prozent erreichen. Wir belegen damit im Ranking mit den ca. 70 anderen kommunalen Wohnungsunternehmen Sachsen-Anhalts den 6. Platz. Darauf sind wir stolz. Während in vielen Orten Sachsen-Anhalts der Leerstand wächst, haben wir in Wernigerode den erfreulichen Gegentrend.
Auch die gegenwärtige Nachfrage nach den Wohnungen im Walther-Grosse-Ring 22 bis 25, den wir komplett sanieren, zeigt das. Die Hälfte der neuen Wohnungen sind schon aus der Musterwohnung heraus vermietet. Das macht uns Mut für weitere Projekte.
In GWW Planung sind aber auch viele Neubau-Projekte? Was ist 2022 da zu erwarten?
Zur „Heilung“ des Quartiers an der Luther-Straße nahe der neuen Francke-Schule werden wir in 2022 ein Architektenbüro beauftragen zur Entwicklung einer Wohnanlage für Familien und Senioren inklusive einer fußläufig erreichbaren Einkaufsmöglichkeit. Die alte marode Schule kommt weg. Es entsteht dafür eine neue Schule und dann noch ein modernes Wohngebäude. Unsere Idee ist, die städtebauliche Situation an der Luther-Straße wieder abzurunden. 2023 soll es mit dem Bau losgehen.
Weiter geht es auch im Rahmen des europäischen Nachwuchs-Architekturwettbewerbs EUROPAN am Veckenstedter Weg. Im April 2022 werden wir einen Workshop mit den favorisierten italienischen Architekten und Bauexperten durchführen, um zu entscheiden, welcher Entwurf final gestalterisch und wirtschaftlich umsetzbar ist und wer ihn plant und entwickelt. Baubeginn ist für das Jahr 2024 vorgesehen. Ein Stück zeitgenössische europäische Stadtgestaltung zieht so in Wernigerode ein. Man darf gespannt sein.
Unsere jüngsten Mieterinnen und Mieter können sich 2022 erstmal auf einen neuen Spielplatz in Wernigerode freuen. Er wird im Sommer 2022 in der Elise-Crola-Straße entstehen. Nach Plänen einer Landschafts-Architektin wird hier ein interessantes Freizeit-Areal mit modernen Spielgeräten und kindgerechtem Grünumfeld wachsen. Ab jetzt wollen wir jedes Jahr einen weiteren unserer Spielplätze sanieren.
Was erwartet uns von der GWW in Richtung Klimaschutz und CO 2-Neutralität in diesem Jahr?
Wir starten dazu eine Reihe von Kooperationen mit den Stadtwerken Wernigerode. Zu den Maßnahmen gehört die Installation einer Fotovoltaik-Anlage in der Dr.-Jacobs-Straße. Ziel ist es am Ende, den dort selbst produzierten Strom den Mietern direkt anzubieten. Um die E-Mobilität weiter voranzubringen, wird unter anderem im Walther-Grosse-Ring eine E-Tankstelle für die Bewohner gemeinsam mit den Stadtwerken entstehen.
Geplant ist zudem, auf dem Dach der GWW-Zentrale und Sparkasse eine Fotovoltaik-Anlage zu installieren. Sie soll die Umstellung des gesamten GWW-Fahrzeugparks auf E-Mobilität bis zum Jahr 2024 ermöglichen. Synergien zwischen den Tochterunternehmen des „Konzerns Stadt“ zu entwickeln und zu gestalten halte ich für sehr wichtig, u. a., um die Vorteile des Kommunalen für die Bürgerinnen und Bürger noch sichtbarer zu machen.
In Vorbereitung ist auch der Umbau der GWW-Zentrale und der Sparkasse für mehr Kunden-Service. Die Sparkasse soll erweitert werden, und die GWW wird im Zuge des Umbaus einen eigenen Zugangsbereich mit Kundencenter erhalten. In diesem Zusammenhang ist auch der Sparkassen-Standort auf lange Zeit gesichert. Das freut uns für unsere Mieterinnen und Mieter besonders.
Ziel der GWW ist es auch, den Mieter-Service immer weiter zu verbessern. Was steht da an?
Ich kann sagen, dass gewaltige Neuerungen anstehen. Unserem Analog-Service stellen wir in 2022 einen digitalen Service zur Seite. Wir werden ab Mitte des Jahres eine eigene Mieter-App „GWW-Welt“ für unsere Mieterinnen und Mieter herausbringen und zur Verfügung stellen. Sie haben dann jederzeit den direkten Draht zu uns. Ein neuer Kommunikationskanal, mit dem wir unseren Service besser organisieren und noch schneller auf Probleme reagieren können. Möglich ist dann auch ein direkter Zugriff auf die eigenen Mieter-Akten und -Verträge sowie zahlreiche weitere Service-Angebote. Die Mieter-App erspart so manchen Weg in unsere Zentrale. Mit der Digitalisierung unserer Verwaltungsarbeit folgen wir einem Trend der Zeit zu Effizienz, aber auch den Bedürfnissen und Gewohnheiten einer neuen Mieter-Generation.
Zudem werden wir u. a. unseren Hausmeister-Service noch verbessern. Vor zwei Jahren erfolgreich gestartet, wird der Vor-Ort-Service nun noch verstärkt. Für die Quartiere Burgbreite, Stadtfeld sowie Harzblick und die Altbauten wird dann jeweils ein Hausmeister zur Verfügung stehen. Wir wissen, dass das den Mieterwünschen entspricht.
Neuigkeiten gibt es auch beim sozialen Engagement der GWW?
Ja ganz neu: In der Saison 2022/2023 werden wir Sponsor des größten Wernigeröder Fußballvereins „Einheit Wernigerode“. Damit setzen wir unsere Bemühungen um die Förderung des Breitensports fort. Langjährig währt bereits unser Engagement für den Sportverein „Rot-Weiß e. V.“ Hintergrund ist dafür auch, dass viele GWW-Mieterkinder Mitglieder in diesen Vereinen sind.
Unser weiteres Engagement gilt 2022 u. a. der Seniorenvertretung, dem Schloss sowie dem Kunstverein. Aber auch weiter der Kunst am Bau.
Als GWW möchten wir ein Signal setzen, dass wir die alte Tradition der „Kunst am Bau“ fortsetzen wollen. Wir möchten unseren Wohnquartieren damit mehr Identität verleihen. So sehe ich zum Beispiel unsere angekauften Skulpturen von Karl Oppermann als wichtigen Beitrag zur Quartiersverschönerung. Geplant ist für 2022 eine Neuplatzierung der frisch renovierten Eisenskulptur des „Grafen“ in den Wernigeröder Stadtteil Stadtfeld, um sie noch wirkungsvoller für die Öffentlichkeit zu machen.
Wenn Sie als GWW-Geschäftsführer einen Leitspruch für 2022 formulieren müssten, wie würde er lauten?
Neu aufgestellt sind wir als GWW inzwischen zu einem starken Team zusammengewachsen. Mit viel Energie und Serviceorientierung für unsere Mieterinnen und Mieter. Als Leitspruch würde ich wählen: Wir sind gut, aber wollen Tag für Tag noch besser werden.

„Hier spielt die Zukunft“ – mit diesem Slogan startete die Gebäude- und Wohnungsbaugesellschaft Wernigerode mbH, GWW, zusammen mit ihrem neuen Botschafter, Bundesliga-Kicker Nils Petersen, ins neue Jahr. Foto: GWW
Bundesliga-Fußballer Nils Petersen nun Markenbotschafter der GWW
Gebäude- und Wohnungsbaugesellschaft Wernigerode mbH betont für 2022 eigene anspruchsvolle Projekte und Zusammenhalt in der Gesellschaft
„Hier spielt die Zukunft“: Unter diesem Slogan präsentiert die Gebäude- und Wohnungsbaugesellschaft Wernigerode mbH im Jahr 2022 ihre Arbeit und ihre anspruchsvollen Projekte. Erstmals stellte sie den Slogan gestern Abend (12. Januar 2022) auf dem digitalen Neujahrsempfang der Stadt Wernigerode vor. Präsentiert wurde „Hier spielt die Zukunft“ in einem kurzen Imagefilm, in dessen Zentrum der Bundesligafußballer Nils Petersen steht. Die Überraschung: Der Bundesligafußballer Petersen konnte für das Jahr 2022 als Markenbotschafter der städtischen Wohnungsbaugesellschaft GWW gewonnen werden.
Produziert wurde das Movie noch kurz vor Weihnachten mit Nils Petersen und Wernigeröder Schülern von der ortsansässigen Agentur POLYLUCHS.
„Wir sind sehr stolz, nun Nils Petersen, den erfolgreichen, bekannten und beliebten Sohns Wernigerodes, mit im Team zu haben und ihn als Botschafter unserer Arbeit begrüßen zu können“, hebt GWW-Geschäftsführer Christian Zeigermann hervor. „Nils Petersen gilt als volksnah, bodenständig, engagiert und erfolgreich. Damit passt er wunderbar zur GWW“.
Das Jahr 2022 sei für die GWW mit einer Vielzahl anspruchsvoller Projekte verbunden – vom Weiterbau der August-Hermann-Francke-Grundschule bis zum Beginn der Umsetzung des Favoriten-Entwurfs des EUROPAN-Architekturwettbewerbs im Areal Veckenstedter Weg. Projekte, die die Zukunft Wernigerodes mitbestimmten. Mit unserem Slogan „Hier spielt die Zukunft“ und unserem Botschafter Nils Petersen möchten wir sie 2022 ins besondere Blickfeld rücken, so Christian Zeigermann.
Das will die GWW auch visuell mit ihrem neuen zugkräftigen Werbegesicht im Stadtbild Wernigerodes tun. Geplant sind Großwände, Plakate und Verkehrsmittelwerbung sowie Online-und Social-Media-Aktivitäten.
Ein Highlight soll zudem eine „Challenge“ werden, in der Kinder und junge Leute aufgefordert sind, Video-Clips unter dem Slogan „Hier spielt die Zukunft“ einzusenden. Die zehn Besten erhalten handsignierte Fußbälle von Kicker Nils Petersen.
GWW-Geschäftsführer Christian Zeigermann abschließend: „Nils Petersen sagt in unserem neuen Imagevideo, dass er in Wernigerode geboren und aufgewachsen sei, dass er hier den Grundstein für seine Zukunft gelegt habe, dass er aber hier auch gelernt habe, was Freundschaft und Zusammenhalt bedeuten. Wir von der GWW möchten dazu aufrufen, das Jahr 2022 deshalb auch zu einem besonderen Jahr des Zusammenhalts in der Gesellschaft zu machen. Das ist lebenswichtig für unser aller Zukunft.“
Europan-Architektur-Wettbewerb: Wernigerode einzige ostdeutsche Kommune, die am europäischen Architekturwettbewerb teilnahm/Online-Sieger-Präsentation am 16. Dezember 2021
Wernigerode. In einer Online-Präsentation am 16. Dezember lüfteten die Stadt Wernigerode und die Gebäude- und Wohnungsbaugesellschaft Wernigerode mbH, GWW, zusammen mit Europan, Deutsche Gesellschaft zur Förderung von Architektur, Wohnungs- und Städtebau e. V., das Geheimnis, welcher eingereichte europäische Projektentwurf das Rennen um die Neubebauung des acht ha großen Entwicklungsareals um den Veckenstedter Weg in Wernigerode macht.
In der Online-Präsentation wurden die Favoriten der nationalen und lokalen Jury vorgestellt und erläutert. Dabei auch Wernigerodes Oberbürgermeister Peter Gaffert.
Er betonte in seinem Eingangsstatement, dass Wernigerode beim Europan-Wettbewerb Platz 5 der meist eingereichten Bewerbungen in Europa erzielte. Es habe großes Interesse am Projekt gegeben. Das freue ihn besonders. Die Jury habe es sich in ihrer neunstündigen Sitzung nicht leicht gemacht, aus 25 Arbeiten letztlich fünf Favoriten auszuwählen und Sieger zu benennen, unterstrich der Oberbürgermeister weiter. Er freue sich nun auf die Umsetzung der besten Projektideen, die 2022 schon beginne.
„Wernigerode war die einzige ostdeutsche Kommune, die im Rahmen des europäischen Architekturwettbewerb Europan ,Living Cities‘ 2020/2021 junge europäische Architekt*innen-Ideen für die Stadtgestaltung abfragte und nutzbar macht“, hob GWW-Geschäftsführer Christian Zeigermann in seinen einleitenden Worten hervor. Er sei angesichts der visionären Resultate froh, diesen Weg gegangen zu sein.
„Wie wollen wir in Zukunft leben und wohnen? Und wie sehen die dazu passenden Häuser und Wohnungen aus?“ Diese Fragen bestimmten den Wettbewerb der Ideen.
„Dieses Thema bestimmte auch die lange Jurydiskussion um die Planung des acht ha großen Areals Veckenstedter Weg 76-80 und Veckenstedter Weg 14 a/Gießerweg 9 in Wernigerode“, untermauert Jurymitglied GWW-Geschäftsführer Christian Zeigermann. „Wir boten ein interessantes Projektgebiet, das die Fantasien der europäischen Architekt*innen beflügelte. Wir haben lebhaft diskutiert und zwei unterschiedliche Entwurfsansätze favorisiert. Ich freue mich über das rege Interesse und die Ideen, die bei Europan dazu eingereicht wurden.“
„Für unser Entwicklungsareal um den Veckenstedter Weg haben wir zukunftsfähiges Mehr-Generationen-Wohnen mit viel Gemeinschafts-Grün im Visier, eine Weiterentwicklung des Gartenstadtgedankens in die Zukunft“, erläutert Christian Zeigermann das Anliegen des Vermieters für das Areal. „Und ich freue mich auf die Umsetzung der Siegerentwürfe, die das moderne Stadtbild Wernigerodes ganz sicher stark prägen werden.“
Vorgestellt, diskutiert und bewertet wurden die Entwürfe von einer lokalen und danach nationalen Jury sowie auf einem großen Europan-Symposium in San Sebastian, wo sich Vertreter der europäischen Städte, Architektur- und Stadtgestaltungsexperten von Madrid bis Oslo dazu austauschten.
Auf der nationalen Ebene von Europan-Wernigerode siegte der Projektentwurf unter dem Titel „Duet“. Dahinter verbergen sich vier junge Architekten aus Italien. Vorgestellt wurde er in der Online-Präsentation von den Architekten Francesco Baggio und Erasmo Bitetti.
Aus dem Jury-Urteil:
Das Projekt Duet zeigt auf den ersten Blick eine nahezu gleiche schlichte Baukörperkonstellation mit überraschendem Innenleben. Angeboten werden hier nutzungsoffene Bereiche, Geschoßwohnungen mit Laubengangerschließung und Maisonetten. Die äußerst clevere innere Organisation – durchlässige Streifen mit Nasszellen und Treppen wechseln sich ab mit reinen Zimmer-Zonen – Fassaden und innere Wände verspringen zueinander. Das generiert viele Kombinationsmöglichkeiten für ein differenziertes Wohnungsangebot, entsprechend der Verschiedenheit heutiger Haushalte. Die Bauweise zeigt Bewusstsein für die Anforderungen an Nachhaltigkeit und Klimatauglichkeit. Die Vorschläge weisen beispielhaft optimistisch in die Zukunft.
Als Favorit der lokalen Jury wurde der Entwurf mit dem Titel „Living the new ecological Porous Garden City” vorgestellt. Er wurde von vier Nachwuchs-Architekten auch aus Italien entwickelt und eingereicht. In der Online-Präsentation erläuterten ihn die Architekten Leonardo Marchi und Alice Covatta.
Aus dem Jury-Urteil:
Die Arbeit „Living the new ecological Porous Garden“ versucht das Betrachtungsgebiet in den gesamtstädtischen Kontext zu setzen. Die Weiterentwicklung zur sogenannten „porösen Gartenstadt“ überzeugt in dem Aufbrechen durch Fußgängerbereiche, Radfahrerzonen und grüne Korridore.
Die Umgebung wird mit verschiedenen Dach-Höhenentwicklungen gut aufgenommen und markiert den nördlichen Stadteingang mit einem prägnanten Gesamterscheinungsbild. Die angebotenen 32 Wohnungen weisen eine passende Dichte und Wirtschaftlichkeit aus. Die Grundrisse sind gut gemischt, wobei der Schwerpunkt eher in mittleren bis großen Wohnungen liegt.
Miet-Wohnraum für junge Familien sei im Stadtgebiet von Wernigerode knapp. Die meisten müssten aufs Umfeld ausweichen, so Christian Zeigermann abschließend. Das wolle die GWW mit dem neuen Areal am Bürgerpark nun ändern. Hier sollen jeweils 20 bis 40 Mietwohnungen in Mehr-Generationen-Häusern entstehen mit grünem Frei- und Gemeinschaftsraum für alle. Energetische und wirtschaftlich rentable Konzepte stünden im Vordergrund. Häuser mit einer klaren Baustruktur und gutem Raumkonzept seien das Ziel. Christian Zeigermann weiter: „Wie die Juryauswahl zeigt, sind wir dabei auf dem besten Weg.“ Zudem stehe der Wettbewerb für das moderne Herangehen an Stadtentwicklung durch die neu aufgestellte GWW, unterstrich er.
Christian Zeigermann im Vorausblick: „Im März wird es einen Workshop mit den beiden italienischen Favoriten-Teams sowie den beiden Anerkennungs-Preisträgern aus Spanien und Deutschland zusammen mit Bauexperten geben, wo u. a. Machbarkeit und Wirtschaftlichkeit der Entwürfe Gegenstand sind. Wir wollen danach einen der Entwürfe mit den Architekten so weiterentwickeln, dass 2023 Baubeginn im Veckenstedter Weg sein kann.“

Favoritenentwurf der lokalen Jury

Favoritenentwurf der nationalen Jury

Online-Präsentation der Favoritenentwürfe
Visualisierungen: Quelle Europan
Alles läuft nach Plan: Richtfest der August-Hermann-Francke-Grundschule mit Lob des Wernigeröder Oberbürgermeisters für den Baufortschritt
Wernigerode. „Mit unserer neuen August-Hermann-Francke-Grundschule entsteht der modernste kommunale Grundschul-Neubau Sachsen-Anhalts, der mit innovativen Luftfilteranlagen den Unterricht auch unter Coronabedingungen maskenfrei ermöglichen wird. Das ist bisher einzigartig. Das macht uns stolz. Genauso wie es uns mit Stolz erfüllt, dass hier auf der Baustelle alles nach Plan läuft. Trotz Corona, trotz gegenwärtigem Baustoffmangel, trotz Lock- und Shutdowns“, dankte Peter Gaffert, Oberbürgermeister von Wernigerode, allen Bauleuten und Planern beim Richtfest der August-Hermann-Francke-Grundschule am 23. November 2021, das unter 3G-Corona-Regeln stattfand.
Speziell bedankte sich der Wernigeröder Oberbürgermeister bei der Gebäude- und Wohnungsbaugesellschaft Wernigerode mbH, GWW. Das Besondere: Über einen PPP-Vertrag agiert die GWW als Projektentwickler und Bauherr der Schule bis zu deren Fertigstellung. Dann geht die Grundschule in Stadteigentum über. Peter Gaffert: „Dank unserer Tochter GWW läuft bisher alles wie ein Uhrwerk. Sie sorgt verlässlich dafür, dass alles so wird, wie es sich die Stadtgesellschaft wünscht.“
Gründach, Lernterrasse, eine Aula als Zentrum der Schule, dazu zehn Klassenräume und sechs Fachkabinette. Es entsteht ein dreigeschossiges Haupthaus mit einem flachen Anbau. Die Fachkabinette werden in der ersten Etage untergebracht, die zehn Klassenräume in der zweiten Etage. Offene Laubengänge führen um die beiden Obergeschosse. Sie sollen Schatten spenden und dienen gleichzeitig als Fluchtweg. Die Gesamtfläche des Schulneubaus beträgt über 3.800 Quadratmeter.
„Wir wollten so weit wie möglich eine ‚coronaresistente‘ Lernumgebung schaffen und investieren dafür als Stadt Wernigerode nochmal zusätzliche Fördermittel als Basis für die Förderung des modernsten, innovativen Schul-Lüftungssystems“, hob Peter Gaffert hervor.
GWW-Geschäftsführer Christian Zeigermann bedankte sich zum Richtfest für das große Interesse Wernigerodes an dem Schulneubau. Viele seien erstaunt, in welchem Tempo von Juli an der dreigeschossige Bau bis heute in die Höhe schoss.
„Die neue August-Hermann-Francke-Grundschule wird die modernste kommunale Grundschule Sachsen-Anhalts sein, wenn nicht der gesamten Bundesrepublik“, hob er in seiner Rede hervor. „Denn sie ist die erste Schule, die ein komplettes innovatives Lüftungssystem erhält, das auch unter Corona-Bedingungen einen Unterricht ohne Mundschutz in den Klassenräumen möglich macht. Während andere Schulen dazu mobile Lüftungssysteme nachträglich anschaffen müssen, bauen wir mit der modernen Anlage einen Rundumschutz bereits mit ein“, erläuterte der GWW-Geschäftsführer.
Das alles sei nicht selbstverständlich gewesen. Corona habe alle gezwungen, die gesamte Planung noch einmal aufzureißen und in kürzester Zeit einen gültigen Fördermittelantrag auf die Beine zu stellen, der nun sogar die Maximal-Förderung von 500.000 Euro ermögliche.
„Das alles im engen Zeitrahmen von zwei Monaten bei schon laufendem Baubetrieb“, schilderte Christian Zeigermann die besonderen Anstrengungen, verbunden mit einem Dank an die Stadt, Land und Bund.
Christian Zeigermann hob zudem die gute Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung und dem Wernigeröder Generalunternehmer hervor.
„In unseren 14-tägigen Besprechungen kam alles vertrauensvoll auf den Tisch, und so wurde der Weg für Detailänderungen geebnet, vom Fußbodenbelag bis zur Küchenausstattung der Schule. Gemeinsam haben wir immer Wege gefunden, um alle zufriedenzustellen und trotz Änderungen den Baufortschritt zu halten“, freut sich der GWW-Geschäftsführer.
„Wenn ich nun die Richtkrone sehe, die schon von weitem auf dem neuen Schulgebäude prangt, erfüllt mich dieses Bild mit Stolz und Dankbarkeit, zudem im 30. Jahr des Bestehens der GWW“, unterstrich er weiter.
Sein Richtspruch an diesem Tage laute deshalb: „Es ist so schön. So kanns weiter gehn“.
Angestrebt ist der Beginn des Schulbetriebs der neuen August-Hermann-Francke-Grundschule für die zweite Jahreshälfte 2022.
Der Abriss des alten Gebäudes wird im November des nächsten Jahres beginnen. Im August 2023 sollen dann auch die Sportfreiflächen der neuen August-Hermann-Francke-Grundschule fertiggestellt sein.
Um das gesamte Quartier städtebaulich abzurunden, wird die GWW hier zudem einen Wohnungsneubau für Familien mit ca. 30 Wohnungen errichten, kündigte der GWW-Geschäftsführer nun zum Richtfest an.
Fotos: Media-Konzept – Agentur für Grafik Web und Fotografie/ Ronald Göttel
Wie Wernigerodes Tochtergesellschaften die Corona-Pandemie meistern
2020 war ein einschneidendes Jahr für Wernigerode. Welche Auswirkungen Corona bislang hatte, zeigt der neue Verwaltungsbericht. Diesmal steht die Konzern-Stadt im Fokus.
Die wirtschaftlichen Folgen des Corona-Jahres 2020 wird Wernigerode noch bis mindestens 2023 spüren. Das prognostiziert Oberbürgermeister Peter Gaffert (parteilos) zur Vorstellung des Verwaltungsberichts für das vergangene Jahr. „2021 bemerken wir aber wieder eine leicht ansteigende Tendenz bei den Gewerbesteuern.“ So habe die bunte Stadt am Harz im Sachsen-Anhalt-weiten Vergleich die Pandemie- Folgen bislang recht gut weggesteckt. Das gelte sowohl für die Stadtverwaltung selbst mit ihren 650 Mitarbeitern als auch für ihre fünf Tochtergesellschaften, die mehr als 700 Angestellte beschäftigen.
Gebäude- und Wohnungsbaugesellschaft Wernigerode (GWW): 2020 war für die GWW ein Jahr der Planung und Digitalisierung, berichtet Christian Zeigermann. Er hatte die Geschäftsführung des städtischen Vermieters Anfang 2020 übernommen, war sofort in Großprojekte wie den Neubau der Francke-Grundschule involviert. „Dazu sind wir mit neuem Logo und einer Imagekampagne besser sichtbar geworden für unsere Mieter.“ Wie lebenswert Wernigerode ist, macht Zeigermann an einer Zahl fest – der Leerstandsquote. Ende 2020 lag sie bei der GWW bei gut acht Prozent, sei inzwischen um einen weiteren Prozentpunkt gesunken. „Damit haben wir eine Sonderstellung in Sachsen-Anhalt, wo die Quote im Schnitt 13,5 Prozent beträgt.“ Für die nächsten fünf Jahre stehe die Ökologie bei Sanierungen von je ein bis zwei Blöcken mit je 30 Wohnungen im Vordergrund.
Quelle: Harzer Volksstimme vom 23.10.2021
Bild: H.Manigk
Jury legt sich nach neunstündiger Sitzungen auf Favoriten- Entwürfe für Neubebauung des Veckenstedter Wegs in Wernigerode fest
Hochspannung im Wernigeröder Marstall: Europan, die Deutsche Gesellschaft zur Förderung von Architektur, Wohnungs- und Städtebau., hatte zusammen mit der Stadt und der Gebäude- und Wohnungsbaugesellschaft Wernigerode (GWW) hinter verschlossenen Türen zur Jurysitzung geladen.
Mit dabei waren laut einer Mitteilung des Vermieters Oberbürgermeister Peter Gaffert (parteilos), GWW-Geschäftsführer Christian Zeigermann, Sandra Lewerenz, Chefin der Gemeinnützigen Gesellschaft für Sozialeinrichtungen, Stadtratspräsident Uwe Albrecht (CDU) und zahlreiche national renommierte Architekten. Im Zentrum standen 25 Entwurfsarbeiten, die europäische Architekten im Europan-Wettbewerb um die Neubebauung des Entwicklungsareals um den Veckenstedter Weg eingereicht hatten.
Damit beteiligt sich die GWW als einziger ostdeutscher Teilnehmer am diesjährigen Architektur-Wettstreit „Living Cities“ (englisch für „lebendige Städte“). Wernigerode stehe in der Europan-Konkurrenz auf Platz fünf der meist eingereichten Bewerbungen. In einer neunstündigen Sitzung wählte die Jury aus den 25 Arbeiten letztlich fünf Favoriten aus. Ende des Jahres gehen diese dann in die Endrunde einer Europan- Deutschland-Gesamt-Jury, die wiederum daraus einen Favoriten- Entwurf kürt. Er soll dann umgesetzt werden.
„Wie wollen wir in Zukunft leben und wohnen? Und wie sehen die dazu passenden Häuser und Wohnungen aus? Diese Fragen bestimmten die lange Jurydiskussion um die Planung des Areals Veckenstedter Weg 76-80 und Veckenstedter Weg 14 a/Gießerweg 9 in Wernigerode“, wird Zeigermann zitiert. Der GWW-Chef: : „Wir haben lebhaft diskutiert und fünf sehr eigene und unterschiedliche Entwurfsansätze favorisiert.“
Für das Fördergebiet um den Veckenstedter Weg habe der städtische Vermieter „Mehr-Generationen-Wohnen mit viel Gemeinschaftsgrün im Visier“. Miet-Wohnraum für junge Familien sei in Wernigerode knapp. Die meisten müssten aufs Umfeld ausweichen, so Zeigermann weiter. Das wolle die GWW mit dem neuen Areal am Bürgerpark nun ändern: Jeweils 20 bis 40 Mietwohnungen in Mehr-Generationen-Häusern sollen entstehen – mit grünem Frei- und Gemeinschaftsraum für alle. Energetische und rentable
Konzepte stünden im Vordergrund. Häuser mit einer klaren Baustruktur und gutem Raumkonzept seien das Ziel.
Quelle: Harzer Volksstimme vom 25.10.2021
Für alle das Passende – Unser Imagefilm
„Für alle das Passende“ – so heißt der neue Imagefilm der Gebäude- und Wohnungsbaugesellschaft Wernigerode mbH, GWW, und illustriert damit den zentralen neuen Slogan des großen Wernigeröder Vermieters auf unterhaltsame Weise. Das Video, das in Zusammenarbeit mit der Wernigeröder Agentur POLYLUCHS entstand, wird der Öffentlichkeit am 14. Oktober vorgestellt.
Der Zweiminüter beginnt mit Bildern der erblühenden Harzmetropole und erzählt dann von den Wechselfällen des Mieterinnen- und Mieterlebens. Die einen freuen sich auf die Besichtigung einer neuen Wohnung. Den anderen verstopft im selben Moment der Abfluss in der Küche. Für das alles bietet die GWW eine Lösung.
Ein junges motiviertes Team steht bereit – mit vielen Wohnungsangeboten und zunehmendem Mieterservice.
Schöne Drohnenflugbilder illustrieren die vielen Angebote der GWW in ganz Wernigerode von Alt- über Neu- bis Plattenbau, für Singles und Paare, für Familien und für Jung und Alt. Und sollte der Abfluss mal verstopft sein, so erzählt das Imagevideo, dann hat die moderne GWW dafür eigene Hausmeister, die den Mieterinnen und Mietern so schnell wie möglich zur Hilfe eilen.
GWW-Geschäftsführer Christian Zeigermann freut sich über den gelungenen Film, der schon hausintern viel Anklang fand. Und hofft, dass er ebenfalls von den Wernigerödern gut aufgenommen wird. „Unser Imagefilm zeigt viele schöne emotionale Bilder. Trotzdem bleibt er am Boden der Tatsachen. Uns war besonders wichtig, dass der Film vor allem den Ansatz unserer Arbeit als städtische Tochter und großer Vermieter widerspiegelt: sozial, immer nah bei den Menschen, modern und nachhaltig zukunftsorientiert. Ich denke, das setzt er eindrucksvoll um.“
Wir wünschen Ihnen viel Spaß beim Ansehen unseres Imagefilms:
Mit Pinsel und Handfeger sind Karl Oppermann (vorn) und Peter Grüttner im Einsatz. Die beiden bringen das Kunstwerk im Vorgarten des Wohnblocks am Vorwerk auf Vordermann. Die Metallskulptur ist eines von drei Objekten, die der Maler Oppermann der Wernigeröder Gebäude- und Wohnungsbaugesellschaft (GWW) vor Jahren als Leihgabe überlassen hat. Anlässlich des 30-jährigen Bestehens der GWW hat das Unternehmen die drei Skulpturen angekauft.
Diese wurden jetzt von Oppermann überarbeitet und in Szene gesetzt. Eine weitere Skulptur soll künftig im Stadtfeld stehen. „Sie kann von den Besuchern und Mietern dann dauerhaft betrachtet werden“, so GWW-Chef Christian Zeigermann. Die Skulpturen sollen den Wohnquartieren Identität verleihen. Die GWW wolle damit die Tradition „Kunst am Bau“ fortsetzen und einen Beitrag zur Quartiersverschönerung leisten.
Quelle: Harzer Volksstimme vom 08.10.2021
Bild: Ivonne Sielaff
Die Franckeschule ist Wernigerodes erste Schule, die eine coronagerechte, stationäre Luftfilteranlage bekommt. Diese „taufrische Neuigkeit“ hat Dezernent Immo Kramer im jüngsten Bauausschuss verkündigt. 400.000 Euro Fördergeld – und damit 80 Prozent der Kosten – fließen dafür vom Bund.
Das Programm gebe es erst seit wenigen Wochen, erläutert Kramer im Nachgang der Sitzung gegenüber der Harzer Volksstimme. „Wir sind mindestens landes-, wenn nicht sogar bundesweit die ersten, die eine Förderung in der Größenordnung erhalten“, so der Baudezernent nicht ohne Stolz. „Ich habe selten erlebt, dass in so kurzer Zeit eine so große Fördersumme bewilligt wurde.“
Knackpunkt für den Zuschlag sei laut Kramer „eine glückliche Verkettung von Sachverhalten“ gewesen. „Denn wir stecken bei der Franckeschule gerade mitten in der Bauphase.“
Die Hasseröder Grundschule wird derzeit für 12,5 Millionen Euro auf dem benachbarten Schulsportplatz neugebaut. Im Herbst 2022 soll der Dreigeschosser mit einstöckigem Anbau bezugsfertig sein. Bauherr ist im Auftrag der Stadt die Gebäude- und Wohnungsbaugesellschaft (GWW). Das städtische Tochterunternehmen habe das Fördergeld beim Bund beantragt, so der Baudezernent.
Für die Planer sei es eine Herausforderung, die Lüftungsanlage mitten im Bau noch in das Gebäude zu integrieren, so Kramer weiter. Denn für die Installation müssten unter anderem Wände durchbrochen und Lüftungsschächte angelegt werden.
Die Anlage würde später die Raumluft „in den wesentlichen Räumen, in denen sich die Kinder aufhalten“, filtern. Also Klassenräume, Fachkabinett und Aula.
Auch für die Grundschule im Harzblick sei Fördergeld vom Bund in Aussicht gestellt worden, informiert der Dezernent. Das Gebäude in der Heidebreite wird von der Freien Grundschule und der städtischen Harzblick-Grundschule genutzt. Die Stadtverwaltung will den DDR-Block in den kommenden Jahren in Jahresscheiben sanieren.
Der Gebäudeteil der Freien Grundschule komme für eine Förderung nicht mehr in Frage, weil die Aufträge für die Sanierung schon ausgelöst seien. „Das ist zu spät“, so Kramer. Der städtisch genutzte Teil habe aber Chancen. „Deshalb werden wir den Förderantrag stellen.“ Dabei gehe es mit 40.000 bis 50.000 Euro zwar um eine kleinere Summe. „Aber die nehmen wir gerne mit“, so Kramer.
Und was ist mit den anderen Grundschulen und Kindertagesstätten der Stadt? Das fragt sich auch die bündnisgrüne Stadträtin Sabine Wetzel. „Schließlich wird es bald wieder kälter und die Lüftungszeiten dadurch immer kürzer“, so die Grundschullehrerin in der Sitzung des Bauausschusses.
Stationäre Lüftungsanlagen seien für die anderen Einrichtungen ausgeschlossen, so Kramer. „Das wäre ein zu tiefer Eingriff in die Bausubstanz.“ Vom Land gebe es aber ein Förderprogramm für mobile Lüftungsgeräte.
Allerdings seien nur „schlecht zu belüftende“ Räume förderfähig. „Und davon haben wir nur eine Hand voll.“ Gerade einmal vier Räume kämen in Frage.
Es könne nicht sein, dass die anderen Räume keine Chance hätten, so Wetzel weiter. Man müsse regelmäßig 20 bis 25 Minuten lüften, um tatsächlich einen Luftaustausch im Klassenzimmer zu erreichen. „Im Winter können wir aber nicht so lange lüften“, so die Stadträtin.
„Die Sitzflächen sind dann so kalt, die Kinder holen sich noch ganz andere Krankheiten.“ Ihre Forderung: „Die Stadt sollte gucken, woher sie Geld in die Hand nehmen kann, um die Kinder zu schützen.“
Das städtische Schulamt würde derzeit alle Möglichkeiten ausloten. Die Kosten würden pro Gerät bei etwa 1000 Euro liegen, erläutert der Dezernent im Volksstimme- Gespräch. Allerdings sei die Wirksamkeit der mobilen Geräte „diskutabel“, auch wenn es für sie natürlich Richtlinien gebe. Zudem würden die Geräte Krach machen. „Das wird ein störender Faktor im Unterricht“, sagt Kramer. „Fakt ist: Ohne Förderung können wir uns das nicht für alle Klassenräume leisten.“
Für die Ausstattung der Sekundarschulen und Gymnasien ist nicht die Stadt Wernigerode, sondern der Landkreis Harz zuständig. Auch dort will man das Landesförderprogramm anzapfen, wie Pressesprecher Manuel Slawig auf Volksstimme-Anfrage informiert.
Im August habe es deshalb für alle Schulen in Trägerschaft des Kreises eine Datenerhebung zu Räumen mit den dafür notwendigen Kriterien gegeben. „Im Ergebnis wurde festgestellt, dass Lüftungsanlagen in 83 Klassenräumen notwendig sind, weil diese nicht oder nicht ausreichend belüftet werden können“, so Slawig weiter. Sobald die Förderkriterien veröffentlicht sind, sei die Errichtung vorgesehen. Es sei eine Förderquote von bis zu 100 Prozent vorgesehen.
Darüber hinaus habe die Kreisverwaltung erst kürzlich insgesamt 1177 CO2-Messgeräte für die Schulen in seiner Trägerschaft ausgeschrieben, informiert der Sprecher. Davon seien 992 „normale“ Messgeräte und 186 spritzwassergeschützte Messgeräte für die Fachunterrichtsräume für Physik, Chemie, Biologie, Kunst vorgesehen.
Quelle: Harzer Volksstimme vom 20.09.2021
Bild: Ivonne Sielaff
