100.000 Euro pro Jahr für die GWW-Spielplätze

Der neu geplante GWW-Spielplatz an der Elise-Crola-Straße und die Geschichte seiner Wiedergeburt

Wernigerode. Acht Jahre ist der kleine Jake Gellert jung. Acht Jahre wohnt er hier mit seinen Eltern und seinem Bruder in der Elise-Crola-Straße. Seit er sich erinnern kann, geht er zum Spielen hinaus vor das Haus auf den sehr in die Jahre gekommenen Spielplatz. Lange hat Jake das gar nicht gestört. „Ich war stolz, dieselben Spielgeräte zu benutzen, die auch schon Vati kannte“, erzählt er. Aber irgendwann im letzten Sommer überlegte er sich, wie wohl ein neuer Spielplatz hier vor seiner Haustür aussehen könnte, der ihm gefällt. Jake Gellert nahm seine Buntstifte und malte in einem persönlichen Brief an den Geschäftsführer der Gebäude- und Wohnungsbaugesellschaft Wernigerode mbH, Christian Zeigermann, wie sein Wunschspielplatz aussieht. „Hallo GWW-Chef“, beginnt Jake seinen gemalten Brief, „wo sollen wir Kinder spielen?“ Die GWW hatte zuvor aus Sicherheitsgründen den Spielplatz abgebaut.

 

Kleine Ursache. Große Wirkung. Schon wenig später, als Jakes Zeichnung am 20. August 2021 bei der GWW einging, begann bereits die GWW-Planung für den neuen Spielplatz an der Elise-Crola-Straße.
Jakes Brief hatte Christian Zeigermann, wie er sagt, so gerührt, dass er beschloss, diesen Spielplatz für die Anwohnerkinder ganz neu anzulegen. Aber noch mehr. Um noch viel mehr Mieterkindern ein fröhliches Spiel nahe am Haus zu ermöglichen, will die GWW fortan jedes Jahr einen ihrer elf Spielplätze erneuern. „Jake hat mit seinem Brief ganz klar den Anstoß dafür gegeben, dass Familienfreundlichkeit bei uns nicht nur eine größere Küche oder die Schule in der Nähe bedeuten, sondern auch, dass es Spielplätze gibt, auf denen Kinder ungestört Kind sein können,“ hebt Christian Zeigermann hervor. 100.000 Euro will die GWW in Zukunft pro Jahr für die Spielplatzsanierung bereitstellen.

Mit der Planung beauftragt wurde die erfahrene Landschaftsarchitektin Catharina Bankert-Hahn. Sie kennt all die Maßnahmen, die nötig sind, wenn ein neuer öffentlicher Spielplatz in kommunaler Hand zu planen und zu bauen ist, denn für seine Eröffnung muss er schließlich auch die TÜV-Prüfung bestehen. Zudem besteht die Ausschreibungspflicht von Spielgeräten bis zu Boden- und Landschaftsgestaltung, um den besten Anbieter ermitteln zu können. Da geht dann schnell ein halbes Jahr ins Land, nachdem die Planung steht, erzählt sie. Und Spielgeräte hätten heute auch Lieferzeiten bis zu 2 Monaten.

 

Für die neuen GWW-Spielplätze geht es der Architektin um Spielgeräte, die multifunktional sind und ein kreatives Spiel ermöglichen. „Das ist nicht so einfach, denn wir müssen da eine Alterspanne von drei bis 12 Jahren im Kopf haben. Ein Spielplatz braucht zudem Sitz- und Verweilflächen und am besten viel Grün. Gute Spielplätze“, sagt sie, „machen nicht zu viele Vorgaben und bieten Raum für das freie Spiel und viele Bewegungsanreize. Zudem müssen die Plätze vandalismussicher geplant werden“, ergänzt Catharina Bankert-Hahn. Und ein Aspekt ist der GWW zukünftig auch wichtig: Die Spielplätze sollen wiedererkennbar sein und eine gute Visitenkarte für den kommunalen Vermieter abgeben. Und klimafreundlich aus nachhaltigen Materialien entstehen.

 

Nach vielen Recherchen und Teamdiskussionen entschieden sich die Architekten für das sogenannte hochflexible „Ringespiel“ als zentrales Element des Spielplatzes an der Elise-Crola-Straße.
„Die Ringe lassen sich unterschiedlich kombinieren und mit verschiedenen Anbauelementen konfektionieren, je nach Altersgruppe, Budget und dem eigentlichen Spielwunsch. Mal mit einer Rutsche, Kletterstange oder einem Kletternetz. Auch ein Sandkran kann montiert werden. Uns gefällt zudem die moderne Gestaltung, die mit der Ringform einen hohen Wiedererkennungswert mitbringt“, erzählt die Planerin.

 

Die Stützen sollen im GWW-Orange beschichtet werden. Die ringförmigen Podestflächen sind aus einem witterungsbeständigen Robinienholzbelag gefertigt. Alle Stützen, Auflageflächen und Geländer sind aus Stahl.

 

Auch die weiteren GWW-Spielplätze sollen mit diesem Spielgerät ausgerüstet werden. „Die Wandelbarkeit des Geräts macht es möglich und lässt niemals Langeweile aufkommen“, prognostiziert Catharina Bankert-Hahn.

 

Wenn dann Mitte August die Kinder und Eltern der Elise-Crola-Straße den neuen GWW-Spielplatz in Besitz nehmen können, dann soll der Initiator, Jake Gellert, die rote Eröffnungsschleife durchschneiden dürfen.
Zudem will man den Grundschüler im Rahmen der GWW-Aktion „Treffer des Monats – Gute Taten gewürdigt“ auszeichnen und ehren.
Dazu plant GWW-Geschäftsführer Christian Zeigermann Jake und seine Familie Anfang Mai zur GWW einzuladen und ihm auch die Planungen vorzustellen. „Ich bin gespannt, was er dazu sagt und welche Idee er vielleicht noch hat“, so der GWW-Chef.

 

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